Gemeinde Pöhl
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Burgruine Liebau


Ein Besuch in Liebau ist für Geschichtsfans ein Muss. Hier findet man unter anderem Überreste einer alten Wehranlage, die die Grafen von Eberstein vor 1200 errichtet hatten. Die ursprüngliche Burg, so Geschichtsforscher, wurde noch im 13. Jahrhundert aufgegeben. Die neue Burg – ein Bergschloss hoch über dem Elstertal – entstand etwa einen halben Kilometer entfernt. Heute ist davon nur eine Ruine übrig, um deren Erhalt sich vor allem zwei Pöhler Vereinen verdient machen – De Gockeschen und Landvogtland. Die Anlage dürfte früher aus einem Wehr- und Wohnturm, einem Torturm und einer Umfassungsmauer mit Wehrgang bestanden haben. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg 1327 als „Castrum Lubawe“. Von 1441 bis 1725 war die Burg im Besitz derer von Dölau, die sie Anfang bis Mitte des 16. Jahrhunderts schlossartig im Renaissancestil umbauten. 1640 wurde die Burg von schwedischen Söldnern geplündert, der Treppenturm in Brand gesteckt.

1742 ging die Burg in den Besitz von Johanna Charlotte von Beust über und verfiel danach. Schon Ende des 18. Jahrhunderts wird die Liebauer Burg in den Aufzeichnungen als Ruine bezeichnet.

Wohnsitz der kommenden Herren von Liebau wurde das Herrenhaus. Seit 1862 war die Familie Sieber im Besitz des Liebauer Rittergutes. 1875/76 ließ sie das alte Herrenhaus abreißen und durch einen Bau im Stile der Neogotik ersetzen. Nach der Enteignung des letzten privaten Rittergutsbesitzers Phillip Hermann Siebert übernahm die Gemeinde Ruppertsgrün das Herrenhaus und nutzte es als Wohnhaus. Bis 1991 wurde das Herrenhaus leer gezogen, danach begann der Verfall. Der Verein Landvogtland hat das Gebäude mittlerweile von der Gemeinde übernommen und mit Sicherungsmaßnahmen begonnen.

Die Burg- und Herrenhausruine stehen mehrmals im Jahr im Blickpunkt der Öffentlichkeit. De Gockeschen laden zum Beispiel immer im Juni zum Liebauer Ruinenfest ein.

Der Verein LandVogtLand bietet Tage der offenen Tür im einstigen Herrenhaus an – zum Beispiel am Tag des offenen Denkmals im September oder die Veranstaltung „Lichter von Liebau“ - eine Lichtkommunikation zwischen Herrenhaus und Burgruine - im Oktober.